Gustave Caillebotte, Straße in Paris, Regenwetter, 1877 | Öl auf Leinwand, 212,2 x 276 cm | © bpk / The Art Institute of Chicago / Art Resource, NY

Über die Ausstellung

Gustave Caillebotte (1848–1894) war einer der zentralen Akteure des französischen Impressionismus und gehört dennoch zu jenen Künstlern, die heute noch zu entdecken sind. Sein Ruhm gründete sich zunächst auf seine Rolle als Mäzen, während er als Maler erst spät volle Anerkennung fand.

Mit Caillebottes 1877 vollendetem Gemälde „Straße in Paris, Regenwetter“ („Rue de Paris, temps de pluie“) zieht nun eine Ikone des Impressionismus in die Alte Nationalgalerie ein. Es gilt als Hauptwerk des Künstlers und ist eines der Aushängeschilder des Art Institute of Chicago. Selten reiste das monumentale Gemälde bislang nach Europa, in Berlin ist es zum ersten Mal überhaupt zu sehen. Dass „Straße in Paris, Regenwetter“ nun hier gezeigt wird, kann als Sensation bezeichnet werden und basiert auf einer einmaligen internationalen Kooperation: Während das Art Institute of Chicago Edouard Manets „Im Wintergarten“ für eine große monographische Ausstellung ausgeliehen bekommt, erhält die Alte Nationalgalerie im Gegenzug das Meisterwerk eines Künstlers, der selbst nicht in ihrer Sammlung vertreten ist. Damit kommt das deutsche wie das US-amerikanische Publikum jeweils in den Genuss einer Ausstellung mit Seltenheitswert.

Caillebottes zukunftsweisendes Werk mit seinen nahezu lebensgroßen Figuren und der unkonventionellen Perspektive wurde 1877 auf der dritten Impressionisten-Ausstellung präsentiert und hat bis heute nichts von seiner suggestiven Anziehungskraft eingebüßt. „Straße in Paris, Regenwetter“ steht für das Neue Sehen der Impressionisten wie auch für Caillebottes Aneignung moderner urbaner Motive. Gezielt ausgewählte Studien und Vorarbeiten zu seinem Hauptwerk lassen den Werkprozess dieses untypischen Impressionisten in der Ausstellung nachvollziehbar werden.

In der Betrachtung der Malerei Caillebottes eröffnen sich neue Zugänge zum französischen Impressionismus. Nicht die rein malerische Erscheinung steht bei ihm im Vordergrund, seine Bilder bestechen durch ihre kühnen Perspektiven und konstruierten Bildräume. Insbesondere der wie zufällig wirkende Bildausschnitt und die frappierende Unmittelbarkeit der Darstellung unterstreichen hier die Modernität.

Die fokussierte Ausstellung in der Alten Nationalgalerie beleuchtet zugleich das Mäzenatentum Caillebottes. Der 1877 erst 29-Jährige war nicht nur das jüngste Mitglied der Impressionisten, sondern auch das aktivste dieser Gruppe. Als Mann von beträchtlichem Reichtum spielte er eine führende Rolle bei der Finanzierung und Organisation der ersten Gruppenausstellungen. Nicht selten verlieh er zu diesem Anlass Werke von Malerkollegen wie Renoir, Manet, Degas, Cezanne und Monet aus seiner eigenen Sammlung. Das intensive Netzwerk der Impressionisten, in dessen Mitte sich Caillebotte als Freund und Förderer befand, wird in der Ausstellung der Alten Nationalgalerie sichtbar. Die besondere Leihgabe aus Chicago lässt die hiesige Sammlung französischer Impressionisten neu lesbar werden, indem die zahlreichen Bezüge zwischen Caillebotte und seinen Mitstreitern aufgezeigt werden.

Caillebottes Schenkung seiner bedeutenden Sammlung an den französischen Staat verhalf dem Impressionismus trotz einiger Widerstände letztlich zur bis dahin ausgebliebenen Anerkennung durch öffentliche Sammlungen. In Caillebottes Wirken zeigt sich eine Parallele zu dem Hugo von Tschudis, des damaligen Direktors der Nationalgalerie, der eben dies zeitgleich durch seine Ankaufspolitik in Berlin realisierte.

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LAUFZEIT

17. Mai – 15. September 2019

AUSSTELLUNGSORT

Alte Nationalgalerie
Staatliche Museen zu Berlin
Museumsinsel Berlin
Bodestraße 1-3
10178 Berlin

EINTRITT

Regulär: 10 Euro
Ermäßigt: 5 Euro
Tickets online buchen

Bitte beachten Sie: Aufgrund der begrenzten Besucherkapazitäten des Hauses kann es zu Wartezeiten kommen. Online gebuchte Tickets berechtigen nicht zum sofortigen Einlass in die Ausstellung.

VERKEHRSVERBINDUNGEN

U-Bahn U6 (Friedrichstraße)
S-Bahn S1, S2, S25, S26 (Friedrichstraße); S3, S5, S7, S9 (Hackescher Markt)
Tram M1, 12 (Am Kupfergraben); M4, M5, M6 (Hackescher Markt)
Bus TXL (Staatsoper); 100, 200 (Lustgarten); 147 (Friedrichstraße)

DIENSTLEISTUNGEN

Café/Buchhandlung/Kostenlose Garderobe

ÖFFNUNGSZEITEN

Montag
geschlossen
Dienstag
10 – 18 Uhr
Mittwoch
10 – 18 Uhr
Donnerstag
10 – 20 Uhr
Freitag
10 – 18 Uhr
Samstag
10 – 18 Uhr
Sonntag
10 – 18 Uhr

SONDERÖFFNUNGSZEITEN AN FEIERTAGEN

Christi Himmelfahrt (Donnerstag, den 30.05.2019): 10 – 18 Uhr
Pfingsten (Samstag, den 08.06. bis Montag, den 10.06.2019): 10 – 18 Uhr

Bildung und Vermittlung

Gruppenführungen

Buchbare Führungen für Gruppen

Dauer: 60 Minuten
Deutsch: 90 € zzgl. Eintritt, fremdsprachig: 100 € zzgl. Eintritt
max. 25 Teilnehmer*innen

Ab sofort buchbar unter s. Information und Buchung

Öffentliche Führungen

Gustave Caillebotte. Maler und Mäzen des Impressionismus
Das Bild „Straße in Paris; Regenwetter“ von Gustave Caillebotte zieht im Rahmen einer Sonderpräsentation vorübergehend von Chicago nach Berlin in die Alte Nationalgalerie. Es spiegelt die veränderte Form des Sehens durch die Impressionisten. Caillebottes Interesse am Pariser Stadtraum wie auch sein Mäzenatentum werden thematisiert.

Sonntag, den 19.05. / 02.06. / 16.06. / 30.06. / 07.07. / 21.07. / 04.08. / 18.08. / 01.09. / 15.09.2019 jeweils um 15 Uhr
Donnerstag, den 06.06. / 01.08. / 05.09.2019 jeweils um 18 Uhr
Alte Nationalgalerie

Teilnahmegebühr: 4 € zzgl. Eintritt
Begrenzte Teilnehmer*innenzahl. Anmeldung erforderlich.

Kuratorenführung

Caillebotte. Ein konstruktiver Impressionist
Der Leiter der Alten Nationalgalerie und Kurator der Ausstellung, Dr. Ralph Gleis, stellt das Gemälde „Straße in Paris, Regenwetter“ vor, das als Hauptwerk von Gustave Caillebotte (1848-1894) gilt.

Donnerstag, 04.07.2019, 18 Uhr
Alte Nationalgalerie

Teilnahmegebühr: 4 € zzgl. Eintritt
Begrenzte Teilnehmer*innenzahl. Anmeldung erforderlich.

Inklusive Führungen

Tandemführung für gehörlose und hörende Erwachsene
Gustave Caillebotte. Maler und Mäzen des Impressionismus
Das Gemälde „Straße in Paris, Regenwetter“ (1877) von Gustave Caillebotte zählt zu den Ikonen des Impressionismus. Bis September 2019 bereichert es die Sammlung der Alten Nationalgalerie und zeigt neue Zugänge zum Impressionismus auf. Zwei Kulturvermittler*innen moderieren das Ausstellungsgespräch in Lautsprache und in Deutscher Gebärdensprache.

Samstag, den 27.07.2019, 16 – 18 Uhr
Alte Nationalgalerie

Teilnahmegebühr: 6 € zzgl. Eintritt
Begrenzte Teilnehmer*innenzahl. Anmeldung erforderlich.

 

Führung für Erwachsene mit und ohne Mobilitätseinschränkungen
Gustave Caillebotte. Maler und Mäzen des Impressionismus
Das Gemälde „Straße in Paris, Regenwetter“ (1877) von Gustave Caillebotte zählt zu den Ikonen des Impressionismus und bereichert bis September 2019 die Sammlung der Alten Nationalgalerie. Die Ausstellung zeigt neue Zugänge zu diesem Kunststil und thematisiert den Einfluss Caillebottes als Sammler und Förderer der Impressionisten.

Mittwoch, den 10.07.2019, 11 Uhr
Alte Nationalgalerie

Teilnahmegebühr: 6 € zzgl. Eintritt
Teilnehmerzahl begrenzt. Teilnahmekarten sind online buchbar und am Veranstaltungstag an der Museumskasse erhältlich.

Ausstellungsgespräche für Kinder (6 – 12 Jahre)

Impressionismus – was ist das denn?
Hast du eine Idee, was Impressionismus bedeutet? Finde jene Bilder, die sich durch Farbe, Licht, Malweise oder Stimmung von anderen in der Alten Nationalgalerie unterscheiden. Such dir eine besondere Stimmung aus und zaubere einen Farbenreigen aus Flecken und Punkten auf Papier!

Samstag, den 18.05. / 01.06. / 15.06. / 29.06. / 06.07. / 20.07. / 03.08. / 17.08. / 31.08. / 07.09.2019 jeweils um 15 Uhr
Alte Nationalgalerie

Teilnahmegebühr: 4 € zzgl. Eintritt
Begrenzte Teilnehmerzahl. Teilnahmekarten sind online buchbar und am Veranstaltungstag an der Museumskasse erhältlich.

Schulangebote

Workshop für Schüler*innen
Ob Sonne oder Regen …
Gustave Caillebotte ist einer der ersten Maler, der Regenwetter als Thema in seine Werke aufnimmt. Was macht das Wetter mit den Farben? Wie kann Regenwetter malerisch dargestellt werden? Die impressionistischen Gemälde in der Ausstellung regen zu eigenen Erkundungen im Freien an. Im Kolonnadenhof wird in eigenen Aquarellen mit der Malweise der Impressionisten experimentiert.

Klassen 1 – 10
Dauer: 120 Minuten
Teilnahmegebühr: 60 €

 

Ausstellungsgespräch
Neues Sehen
Die Schüler*innen lernen eines der bekanntesten impressionistischen Bilder von Gustave Caillebotte kennen: „Straße in Paris, Regenwetter“ (1877). Als Maler des modernen Pariser Lebens hat er eine eigene Bildsprache mit teils spektakulären Perspektiven entwickelt. Sein Arbeitsprozess, seine Malweise, wie auch das Netzwerk der Impressionisten, das er als Sammler und Förderer unterstützt hat, werden im Ausstellungsgespräch diskutiert.

Klasse 5 – 12
Dauer: 60 Minuten
Teilnahmegebühr: 30 €

 

Lehrer*innenfortbildung
Einführung: Gustave Caillebotte. Maler und Mäzen des Impressionismus
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht ein Bild, das zu den Ikonen des Impressionismus zählt: „Straße in Paris, Regenwetter“ (1877). Ausgehend von der Malerei Caillebottes, seinen Studien und Skizzen wird dessen Malweise und Arbeitsprozess sichtbar. Die Einführung geht der kunsthistorischen Bedeutung des Impressionismus nach und diskutiert den Einfluss Caillebottes als Sammler und Mäzen der Impressionisten.

Donnerstag, den 23.05.2019, 16 – 17.30 Uhr
Alte Nationalgalerie

Begrenzte Teilnehmer*innenzahl. Anmeldung erforderlich unter: service@smb.museum.

INFORMATION UND BUCHUNG

Staatliche Museen zu Berlin
Bildung, Vermittlung, Besucherdienste
Tel +49 (0) 30 266 42 42 42 (Mo-Fr, 9-16 Uhr)
service@smb.museum
www.smb.museum

Das vollständige Bildungs- und Vermittlungsangebot der Staatlichen Museen zu Berlin finden Sie unter www.smb.museum

Katalog

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog in einer deutsch- und einer englischsprachigen Version.
Der Katalog ist ab 17. Mai 2019 in der Alten Nationalgalerie erhältlich.

21,5 cm x 26,5 cm (Hochformat)
120 Seiten, 75 farbige Abbildungen
Klappenborschur

Preis während der Ausstellung im Museum: 22 Euro

Herausgegeben von Ralph Gleis

Hier bestellen

Alte Nationalgalerie

Die Idee, in Berlins Mitte zwischen Stadtschloss, Dom und Universität eine „Freistätte für Kunst und Wissenschaft“ entstehen zu lassen, geht auf Friedrich Wilhelm IV. zurück. Auch der architektonische Grundgedanke der heutigen Alten Nationalgalerie – ein hoch aufgesockelter, antikisierender Tempelbau – stammt vom König selbst.

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Partner

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Freunde der Nationalgalerie und unterstützt durch die Leinemann-Stiftung für Bildung und Kunst.